Bodenarbeit mit dem Pferd an der Hand

Am 24. und 25. September nahmen sieben Vereinsmitglieder an einem Bodenarbeitslehrgang beim benachbarten Reitverein Burgwald in Ernsthausen teil. Der Kurs wurde unter der Leitung von Anja Rudolf angeboten.

Mittlerweile haben sich weitere interessierte Rosenthaler der Bodenarbeitsgruppe angeschlossen, um gemeinsam in der heimischen Halle das Erlernte zu festigen oder zu erweitern. Vielleicht können wir ja auch mal einen Lehrgang in Rosenthal anbieten?

Schon Ende Juli trafen sich die  Kursteilnehmer, um sich kennenzulernen, organisatorische Details zum Lehrgang zu besprechen und Lehrgangsgruppen zu bilden.

Am Freitagabend vor dem Lehrgang ging es für die Rosenthaler dann schon los: Es wurden Paddocks für die "Rosenthaler Gastpferde" aufgebaut. Diese doch sehr mühselige Aufgabe kostete uns nicht nur einige Nerven, sondern auch einigen Zaunpfählen die Existenz. Nicht alle hatten die nötige Übung und Praxis im Paddock-Aufbau, aber irgendwann waren die Quartiere für die nächsten beiden Tage endlich fertig.

Am Samstagmorgen um 8 Uhr war es soweit, die Pferde wurden verladen und in Fahrgemeinschaften nach Ernsthausen gebracht.

Zu Beginn gab es nach einer guten Tasse Kaffee erstmal eine kurze Vorstellungsrunde, in der uns Anja eine Einführung in die kommenden zwei Tage gab. In dieser kurzen Theoriesequenz erklärte sie, wie sie zur Bodenarbeit gekommen ist und wie sich das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Pferd dadurch verbessert hat.

Voller Tatendrang ging es jetzt daran, unseren Pferden die Bodenarbeit schmackhaft zu machen. Erstmal wurde das richtige Anlegen des Knotenhalfters geübt und wie man den doch ungewohnt langen und schweren Stick hält. Anschließend sollten wir die Pferde anführen und anhalten, auch der Wechsel zwischen verschiedenen Schritt-Tempi wurde geübt.

Die nächste Aufgabe war das JoJo-Spiel, um die Pferde vermehrt auf die Körpersprache des Menschen einzustimmen. Durch das Heben einer Hand und den direkten Blick in die Augen sollten die Pferde einen Schritt zurückgehen und umgekehrt durch das Blicken in dieselbe Richtung und das Eindrehen der Schulter wieder nach vorne schreiten.

Bodenarbeit 1a

In der Theorie oder auch beim Vorzeigen der Übungen von Anja sah dies immer sehr leicht aus und klang ganz einfach, aber in der Praxis stellte sich heraus, dass man für einige Aufgaben erst mal üben musste, damit das Pferd einen versteht.

Nach einer Stunde war unsere erste Unterrichtseinheit vorbei und sowohl Pferde als auch Menschen brauchten hiernach erstmal eine kleine Stärkung. Nachdem die Pferde auf den Paddocks verteilt und mit ausreichend Wasser versorgt waren, gab es bei einer zweiten Tasse Kaffee und selbstgebackenem Kuchen die Möglichkeit, den andern Teilnehmern bei ihrem Unterricht zu zuschauen.

Bodenarbeit 2

Nach der Mittagspause wurden zuerst die verschiedenen Übungen vom Vormittag wiederholt, bevor es an die nächsten neuen Herausforderungen ging: Gelassenheitsspiele.

Dabei handelte es sich um Planen, Teppiche, Spielröhren für Hund und Klappersäcke. Erst einmal sollten die Pferde mit etwas Abstand an die neuen „Spielsachen“ gewöhnt werden, bevor man den Schwierigkeitsgrad erhöht und sie alleine über oder um ein Hindernis herum schickt. Was für einige der teilnehmenden Paare mehr nach Spaß als nach Arbeit oder Überwindung aussah, war für andere schon eine echte Herausforderung. Immer wieder korrigierte uns Anja und gab uns Tipps an die Hand, wie wir in dieser oder jener Situation reagieren sollten, ab wann es besser ist, mit kleinen Schritten zufrieden zu sein und eine Pause einzulegen oder die Übung zu beenden.

Bodenarbeit 4a

Am Ende des ersten Tages fuhren wir mit neuen Erkenntnissen und der Vorfreude auf den nächsten Tag Richtung Rosenthal.

Auch am Sonntag machten wir uns früh auf, um pünktlich an der Reithalle in Ernsthausen starten zu können. Heute wurde der Schwierigkeitsgrad noch etwas erhöht. Unsere Pferde sollten beim Blick auf die Hinterhand und Drehen des Oberkörpers stehen bleiben oder durch den Zirkel wechseln. Nach einigen Knoten im Stick und auch in den Köpfen der Teilnehmer, waren doch erste Erfolge sichtbar und Pferd und Reiter zufrieden mit ihren Leistungen. Als Krönung der ersten Einheit an diesem Tag wurden dann die Seitengänge an der Hand geübt und durch gute Tipps und Tricks stetig verbessert.

Mittags wurde bei strahlendem Sonnenschein gegrillt. Es entstand die Idee, sich auch weiterhin ab und an zu treffen und gemeinsam Bodenarbeit mit den Pferden zu trainieren.

Die abschließende und letzte Einheit dieses Lehrgangs fand am Nachmittag statt. Es ging erneut um Gelassenheit und das Überwinden von Hindernissen. Zu den Spielsachen vom Vortag kamen leere Kartons hinzu, über die die Pferde springen und später einfach durchlaufen sollten und ein Sonnenschirm, um den man herumgehen und ihn drehen und bewegen konnte. Das Training vom Samstag zeigte hier schon erste Erfolge, plötzlich waren Planen gar nicht mehr so gruselig und wenn sich ein Pferd doch mal aufregte, wurde dies durch Anjas Hilfe schnell wieder beruhigt.

An dem Lehrgang haben aus Rosenthal Stefanie Lauterbach und ihrer Tochter Paula mit Cartano, Tamara Scholze mit Nös, Martina Kugel mit Jacks, Birgit und Martina Niebisch mit Rika und Tamara Müller mit Gismo teilgenommen.

Abschließend kann man sagen, dass dieser Lehrgang wirklich eine Erfahrung wert war und man viel mehr auf die eigene Körperhaltung beim täglichen Umgang mit seinem Pferd achtet. Außerdem hat man viele Ideen an die Hand bekommen, sein Pferd sinnvoll zu beschäftigen, ohne es immer gleich zu reiten und auch die Seitengänge von unten zu erlernen oder zu verbessern.